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Haibun

Haibun (jap.für possenhafte Schilderung) ist eine lyrische Mischform der japanischen Literatur. Das Haibun ist eine knappe, von subjektiven Eindrücken durchzogene Skizze, in der meist gen Ende ein Haiku eingebettet ist, das pointierenden Charakter besitzt, wodurch die Beschreibung lebendig und unterhaltsam wird.

Das Haibun ist traditionell ein Kapitel eines literarischen Reisetagebuches.

Laut Bashōs Literaturtheorie muss ein gelungenes Haibun folgende Kriterien erfüllen:

Es darf kein vom Verstand her konstruiertes Machwerk sein, sondern muss aus dem spontanen Erlebnis heraus entstehen;

  • es muss eine geschlossene Gesamtkonzeption besitzen und darf dennoch nicht abschließend sein;

  • es muss einen prägnanten und schlichten Stil aufweisen können;

  • Verwendung von Anspielungen auf Gedankenbilder berühmter Dichter, Gelehrter, Mönche usw. aus vergangener Zeit gelten als ein wesentliches Stilmittel;

  • alle den Gehalt eines Haiku bestimmenden kunsttheoretischen Forderungen wie Nachhall, Realismus, Sein und Vergänglichkeit, „Einsamkeit“ usf.

In neuerer Zeit treten Haibun häufig als eigenständige Form auf, so v. a. im anglofonen Raum.

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Tanbun

Eine besondere Form des Haibun, die Verbindung von sehr kurzer Prosa mit einem Haiku, taucht seit 1997 in den verschiedensten englischsprachigen Portalen auf, die die Entwicklung der Kurzlyrik nach japanischer Tradition vorstellen. Der amerikanische Autor, Larry Kimmel, konzentrierte sich auf die Kopplung von 31 oder weniger Silben eines Prosateiles mit einem vor- oder nachgestellten Haiku bzw. Tanka. In der amerikanischen Haiku-Welt hat sich für diese spezielle Form des Kurz-Haibun der Name Tanbun durchgesetzt, weil tanbun auch im Japanischen „ein kurzes Stück, eine kurze Komposition“ oder „ein knappes Prosa-Gedicht“ bedeutet.

Quelle: haiku-heute.de