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kunstlebendig.de

Ich weiß, was ich denke.

Du weißt, was du denkst.

Er weiß, was er denkt.

Sie weiß, was sie denkt.

Es weiß, was es denkt.

Wir wissen, was wir denken.

Ihr wisst, was ihr denkt.

Sie wissen, was sie denken.

 

Manchmal

wüsste ICH gerne,

was DU denkst.

 

(12/2002)


ES IST 

 

Ich weiß nicht,

wo es herkommt.

Ich weiß nicht,

wo es hinführt.

Ich weiß nur,

es gehört zu mir,

dieses Gefühl.

 

(11/2002)


 

GANZ EINFACH 

 

Ich fühle die Sonne.

Ich fühle den Regen.

Ich fühle ein Kribbeln.

Ich fühle ein Beben.

Ich fühle die Nähe.

Ich fühle den Mut.

Ich fühle das Leben.

Ich fühle mich gut.

 

(7/2002)


ERSTER SATZ 

 

Keiner sagt den ersten Satz

...   und jeder schweigt

und wartet auf

den ersten Satz, den

keiner sagt, den ersten Satz ...

 

(7/2002)  


ANSCHLAG 

 

Meine Gedanken laufen Amok.

Metzeln alle Hoffnung nieder.

Schubsen die Träume in den Abgrund.

Legen der Zuversicht die Fesseln der Vergangenheit an.

Sprengen den Optimismus in die Luft.

Und sperren mich grübelnd

in mir selber ein.

 

(7/2002)


IRGENDWANN II 

 

            Wann?

                      Dann.

                      Komm ich an.

                                           Wo?

                                            

                                      (7/2002)


 WIEDERSEHEN 

 

Das Glucksen, das langsam vom Bauch nach oben steigt.

Das Zucken in den Krähenfußfältchen.

Das leichte Anheben der Mundwinkel.

Das Weiten der Augen.

Die Freude, dich zu sehen.

 

(2/2002)


LÄCHELN 

 

Das Lächeln, das der Fremde

mir am Morgen schenkte,

trag ich

den ganzen Tag bei mir.

Leg es

mir wärmend um die Schulter

oder halte es

schildgleich vor mein Herz,

dass ich den Tag besteh.

Lächelnd

schenke ich es weiter.

 

(5/2001)


GEGLAUBT 

 

Und ich hab geglaubt,

das gibts jetzt nicht mehr.

Und ich hab geglaubt,

das wär jetzt vorbei.

Und ich hab geglaubt,

dass ich sicher jetzt wär,

wer oder was das Richtige sei-

im Großen und Ganzen

und genau für mich.

Das hab ich geglaubt.

Doch jetzt treff ich dich.

 

(5/2001)


GLAUBEN 

 

mehr hoffen

als nur wissen.

 

mehr wissen

als nur hoffen.

 

das ist

glauben.

 

(3/2001)


ABENDNEBEL 

 

Abend - Nebel

hängt sich über den Zaun,

legt sich in die Felder,

campiert am Waldrand

bis ihn

die Morgensonne weckt.

 

(10/2000)


MITTERNÄCHTLICH

 

Die Uhren ticken lauter in der Stille.

Die Sinne gehen tiefer in der Nacht.

Gedanken laufen wirrer ihre Kreise.

Ich bin allein,

doch scheints

als ob da

jemand lacht.

 

(11/99)


LETZTES BLATT 

 

Heut fiel es ab,

das letzte dunkelrote Blatt

von jenem, sonst seit langem kahlen, Baum.

 

Heut fiel es ab,

das letzte dunkelrote Blatt,

das täglich im Vorbeigehen mich anfeuerte.

 

Heut fiel es ab,

das letzte dunkelrote Blatt.

Mein Blick suchte es schon von Weitem – fand es nicht.

 

Und ich hielt inne im Vorbeigehn,

suchte auch am Boden ohne Glück

dieses besondre feuerrote Leuchteblatt.

 

Es lag dort nur ein

kleiner welker Blätterhaufen.

 

(9/99)